App-Design-Trends von 2021: Was sich sinnvoll übertragen lässt

Neumorphismus, weiche Farbflächen, Wischgesten und räumliche Effekte gehörten zu den Ideen dieser Trendübersicht aus dem Jahr 2021. Sie bilden keine verlässliche Liste der heute „neuesten“ App-Trends. Für eine aktuelle Gestaltung ist die nützlichere Frage: Welche Idee unterstützt eine konkrete Aufgabe und welche erschwert die Bedienung?

Weiche Oberflächen brauchen erkennbare Funktionen

Beim Neumorphismus wirken Elemente durch helle und dunkle Schatten wie in die Oberfläche eingelassen oder daraus hervorgehoben. Dieser Eindruck allein zeigt noch nicht eindeutig, welche Fläche betätigt werden kann. Prüfen Sie deshalb Beschriftung, Abgrenzung und die Darstellung verschiedener Zustände gemeinsam.

Eine blasse Farbpalette ist außerdem kein Nachweis für Augenfreundlichkeit oder ausreichende Lesbarkeit. Die W3C-Erläuterung zum Mindestkontrast behandelt unter anderem den Kontrast von Text zu seinem Hintergrund. Die Anforderungen sind anhand des jeweiligen Inhalts zu prüfen; eine bestimmte Modefarbe erfüllt sie nicht automatisch.

Gesten durch erkennbare Wege ergänzen

Eine Wischgeste kann einen Ablauf ergänzen. Ist sie der einzige Weg zu einer wichtigen Aktion, müssen Nutzer sie zunächst kennen und ausführen können. Planen Sie für die jeweilige Funktion eine verständliche Alternative, etwa eine beschriftete Aktion.

Bei Web-Oberflächen verlangt das WCAG-Kriterium Dragging Movements für nicht wesentliche Ziehbewegungen eine gleichwertige Bedienung mit einem einzelnen Zeiger ohne Ziehen. Das ersetzt die Tastaturprüfung nicht und ist nicht mit jeder Wischgeste gleichzusetzen. Die jeweilige Eingabe muss konkret betrachtet werden.

Bewegung und räumliche Effekte begründen

Eine Animation sollte beispielsweise einen Zustandswechsel erklären. Ein dekorativer Effekt benötigt eine andere Begründung als eine notwendige Rückmeldung. Das W3C-Kriterium Animation from Interactions auf Stufe AAA behandelt die Abschaltbarkeit nicht wesentlicher Bewegungen nach einer Interaktion. Daraus wird hier keine pauschale gesetzliche Pflicht für jede App abgeleitet.

Unser Beitrag zu Web-Animationen vertieft Technik und reduzierte Bewegung. Für eine räumliche Produktdarstellung hilft die Einordnung von WebGL und WebXR. VR oder AR wird nicht allein dadurch sinnvoll, dass die Gestaltung modern wirkt.

Dekoration und Daten auseinanderhalten

Retro-Strukturen, schräge Flächen oder abstrakte Formen können eine visuelle Richtung vorgeben. Prüfen Sie, ob sie wichtige Inhalte überlagern oder die Orientierung erschweren. Bei einem Diagramm ist zusätzlich entscheidend, ob Aussage, Beschriftung, Einheit und Zeitraum verständlich sind. Eine bunte Darstellung ersetzt keine nachvollziehbare Erklärung der Daten.

Entscheidungshilfe für die Gestaltung

  • Welche konkrete Nutzeraufgabe soll die Idee verbessern?
  • Welche bestehende Variante wird damit verglichen?
  • Welche Zustände und Bedienformen müssen berücksichtigt werden?
  • Welche beobachtete Schwierigkeit würde gegen den Einsatz sprechen?
  • Wer prüft das Ergebnis und hält spätere Änderungen fest?

Ein erfundenes Beispiel: Für eine Wartungs-App werden eine schattenbetonte Karte und eine klar umrandete Liste verglichen. Entscheidend ist, ob die passende Anlage und die nächste Aktion gefunden werden. Ein Trendname allein beantwortet diese Frage nicht. Weitere Projektfragen bündelt unser Beitrag zu sechs Prüffeldern der App-Qualität.

ECONSOR unterstützt Unternehmen bei der Planung und Entwicklung digitaler Anwendungen in Heilbronn. Besprechen Sie mit uns die Anforderungen Ihres Vorhabens.

Fachlich und sprachlich aktualisiert am 19. Oktober 2026.

Weitere Blogbeiträge

Projektstart auf der Website: Verfügbarkeit verlässlich angeben

Projektstart auf der Website: Verfügbarkeit verlässlich angeben

Wie bleiben Angaben zum Projektstart auf Leistungsseite, Formular und in der Rückmeldung aktuell? Ein Statusmodell, eine Pflegetabelle und fünf Prüffälle helfen B2B-Dienstleistern bei der Abstimmung von Website und Planung.

Weiterlesen
Pagespeed-Optimierung: Ladezeiten gezielt verbessern

Pagespeed-Optimierung: Ladezeiten gezielt verbessern

Eine schnelle Website hilft Besuchern, Inhalte zu lesen und Aufgaben ohne unnötige Wartezeit zu erledigen. Für eine sinnvolle Pagespeed-Optimierung braucht es zuerst eine Messung und eine konkrete Ursache. Die Installation weiterer Plugins allein ist noch keine verlässliche Strategie. Mit einer Ausgangsmessung beginnen Wählen Sie wichtige Seitentypen aus, etwa Startseite, Leistungsseite, Artikel und Formular. Prüfen Sie ...

Weiterlesen
Mehrsprachige WordPress-Website: Bedarf und Umsetzung planen

Mehrsprachige WordPress-Website: Bedarf und Umsetzung planen

Eine mehrsprachige WordPress-Website lohnt sich, wenn Ihre Zielgruppen Informationen in weiteren Sprachen benötigen und Ihr Unternehmen diese Inhalte verlässlich betreuen kann. Sie ist keine Pflicht für jede Website und garantiert weder bessere Rankings noch zusätzliche Aufträge. Entscheidend sind Bedarf, passende Inhalte und ein funktionierender Ablauf nach der Anfrage. Mit dem tatsächlichen Sprachbedarf beginnen Prüfen Sie ...

Weiterlesen