Frau arbeitet am PC

Social Media zugänglicher gestalten: eine redaktionelle Checkliste

Ein Social-Media-Beitrag sollte auch dann verständlich bleiben, wenn ein Bild nicht gesehen oder ein Video nicht gehört werden kann. Dafür braucht es redaktionelle Entscheidungen vor der Veröffentlichung. Einzelne Einstellungen helfen, machen einen gesamten Kanal aber nicht automatisch barrierefrei.

Die wichtige Aussage als verständlichen Text formulieren

Beginnen Sie mit der Information, die Leser für ihre nächste Handlung brauchen. Bei einem Veranstaltungshinweis sind das beispielsweise Thema, Termin und Anmeldeweg. Stehen diese Angaben nur auf einer gestalteten Bildkachel, fehlt ein unmittelbar lesbarer Zugang im Beitragstext.

Verwenden Sie klare Sätze und erklären Sie ungewohnte Abkürzungen. Schreiben Sie zusammengesetzte Hashtags mit erkennbaren Wortanfängen, beispielsweise #DigitaleWartung. Das erleichtert die visuelle Lesbarkeit, garantiert aber keine bestimmte Aussprache durch jeden Screenreader. Setzen Sie Emojis gezielt ein; wichtige Worte oder ganze Anweisungen sollten nicht allein durch Symbole ersetzt werden.

Bildbeschreibungen am Zweck ausrichten

Die W3C-Anleitung zu Textalternativen für Bilder unterscheidet informative, dekorative und funktionale Bilder. Entscheidend ist die Information im jeweiligen Zusammenhang. Eine Beschreibung soll deshalb nicht einfach jedes sichtbare Detail aufzählen. Bei einem Diagramm kann zusätzlich eine ausführlichere Erklärung seiner Aussage und Daten nötig sein.

Ein erfundenes Beispiel: Eine Grafik zeigt die drei Schritte einer Anfrageübergabe. Eine mögliche Beschreibung lautet: „Ablauf von der Website-Anfrage über die fachliche Prüfung bis zur Vertriebsübergabe.“ Die konkreten Aufgaben der drei Schritte sollten zusätzlich im Text erklärt werden. Das Beispiel ist eine Formulierungshilfe und kein vorhandener Kundenfall.

Prüfen Sie im jeweiligen Veröffentlichungsdialog, ob eine eigene Bildbeschreibung hinterlegt werden kann und wie sie anschließend ausgegeben wird. Automatische Beschreibungen sollten nicht ungeprüft übernommen werden. Dieser Beitrag nennt bewusst keine festen Menüpfade, die bei einem Plattformwechsel schnell überholt sind.

Untertitel und visuelle Informationen getrennt prüfen

Untertitel sollen relevante Sprache und wichtige Geräuschinformationen verständlich wiedergeben. Kontrollieren Sie automatische Fassungen insbesondere bei Namen, Fachbegriffen und Verneinungen. Ein falsch erkanntes „nicht“ kann die Aussage verändern.

Das W3C-Angebot zu zugänglichen Audio- und Videoinhalten unterscheidet Untertitel, Transkripte und die Beschreibung visueller Informationen. Eine allein im Bild gezeigte Handlung wird durch Untertitel der gesprochenen Worte noch nicht erklärt. Planen Sie die Erklärung möglichst schon im gesprochenen Inhalt oder prüfen Sie eine geeignete zusätzliche Beschreibung. Welche Fassung technisch bereitgestellt werden kann, hängt auch vom Kanal ab.

Erklären Sie, wohin ein Verweis führt und was dort zu erwarten ist. Ein verständlicher Beitrag hilft wenig, wenn das verlinkte Formular oder Dokument die benötigte Information nicht zugänglich bereitstellt. Prüfen Sie deshalb die gesamte kleine Nutzungskette bis zum vorgesehenen Ziel.

Freigabe-Checkliste für die Redaktion

  • Ist die Kernaussage auch ohne die Bildkachel nachvollziehbar?
  • Passt die Bildbeschreibung zum Inhalt und zum Kontext des Beitrags?
  • Sind Untertitel fachlich geprüft und zeitlich sinnvoll zugeordnet?
  • Werden wichtige ausschließlich visuelle Informationen erklärt?
  • Sind Linkziel und nächster Schritt erkennbar und erreichbar?
  • Ist festgehalten, wer eine fehlende Information oder technische Grenze klärt?

Ordnen Sie offene Punkte einer verantwortlichen Person zu und prüfen Sie die fertige Ausgabe. Diese Checkliste unterstützt die Redaktion; eine umfassende Prüfung aller Barrieren des Kanals ersetzt sie nicht. Unser B2B-Redaktionsablauf hilft bei Zuständigkeiten und Freigaben.

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Fachlich und sprachlich aktualisiert am 19. Oktober 2026.

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